Am 13. Juni 2007 wurden während des Awardabends des forward2business-Zukunftskongresses die Visions for Leadership Awards 2007 verliehen. Erneut wurden jene Visionäre des digitalen Umbaus der Entertainmentbranche geehrt, deren innovative Geschäftsmodelle in den vergangenen 12 Monaten die Entwicklung der Branche befördert haben. Unter den 200 Awardgästen waren zahlreiche Prominente, Manager von Microsoft bis Siemens, Zukunftsforscher von Erfinder, Medienvorstände von MTV bis ARD, Chefredakteure und Verlagsleiter.

Zum zweiten Mal wurde der Visions for Leadership Award in drei Kategorien verliehen. Neben der Ehrung des innovativsten Geschäftsmodells für die Beziehung Künstler und Fan und der innovativsten technische Entwicklung wurde auch ein Award für das innovativste Zukunftsprojekte in den Medien vergeben.

 
Award für die innovativste technologische Entwicklung

… and the winner is: Linden Lab

Georgia Tornow, Generalsekretärin der Filmproduzentenvereinigung film20, hielt eine bewegende Laudatio auf die Innovation des Jahres: „Second Life“. Die virtuelle Welt, bereits 1999 von der Firma Linden Lab in San Francisco entwickelt, nahm in den vergangenen zwölf Monaten eine rasante Entwicklung. Mehr als fünf Millionen Avatare sind inzwischen angemeldet. Über 15.000 Firmen, darunter „Firstmover“ wie IBM, Sony BMG und Dell, haben das Potenzial für Marketing, Prototyping, Marktforschung und eine neue Form des E-Commerce erkannt. In Second Life werden täglich 1,5 Millionen reale US-Dollar umgesetzt, die Tendenz ist steigend. Es ist anzunehmen, dass sich das Internet nach dem Vorbild von Second Life zu einer virtuellen 3D-Welt entwickelt, die neue Möglichkeiten für Marketing und Vertriebsmodelle bereithält.

 
Award für das innovativste Geschäftsmodell zwischen Künstler und Fans

… and the winner is: Lily Allen

Laudator und MP3-Erfinder Prof. Dr. Karlheinz Brandenburg begründete die Awardvergabe an die Sängerin Lily Allen. Welche neuen Möglichkeiten Web 2.0 und die Digitalisierung der Produktions-, Distributions- und Konsumwege für Künstler bieten, zeige das Beispiel des Londoner Girls. Vor einem Jahr tauchte sie erstmals im Internet auf. Ihr Name verbreitete sich via MySpace mit rasender Geschwindigkeit im Internet. Bekannt wurde sie mit guter Musik. Rund 1,5 Millionen Mal wurden ihre Tracks auf MySpace gehört, schnell hatten sich 25.000 MySpace-User in Lilys Freundesliste eingetragen. Inzwischen läuft ihr Hit „Smile“ weltweit in den großen Musikradios. Lily Allen hat auch ohne Plattenvertrag und Majordeal den Durchbruch geschafft. Sie gilt als Vorbild für die Zukunftsmodelle zwischen Künstlern und Fans. Der direkte Kontakt, die Beteiligung der Fans am Entstehen der Songs sowie die Nutzung von Internet-TV und YouTube als MTV der neuen Zeit geben den Künstlern ungeahnte Möglichkeiten. Die Musikindustrie muss sich diesem Trend anpassen.

 

Award für das innovativste Zukunftsprojekt in den Medien

… and the winner is: ZDF

Die abwechselnden Horrorszenarien und Alles-wird-Gut-Träumereien der vergangenen Monate über die Alterung der Gesellschaft zeigen, wie wichtig Debatten über die Zukunft sind. Diskussionen über das Heute und Morgen hinaus müssen zur Normalität werden. Nur dadurch kann ein Konsens gefunden werden über die Gestaltung der Zukunft. Das Zweite Deutsche Fernsehen hat diese gesellschaftliche Debatte vorbildhaft angestoßen. Mit polarisierenden Inszenierungen wie „2030 – Der Aufstand der Alten“ und Schwerpunktthemen „2057 – Unser Leben in der Zukunft“ wurde die dringend nötige Auseinandersetzung nicht nur mit neuen Technologien, sondern vor allem mit dem einhergehenden Wandel des gesellschaftlichen Zusammenlebens thematisiert. Als Laudatorin erklärte die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle (Saale), Dagmar Szabados, dass zur Gestaltung der Gesellschaftsmodelle der Zukunft auch diese Form der Konfrontation unerlässlich und wichtig ist.




 

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