deutschland land der ideen

forward2business

Kongress

Panel 4: Neue Geschäftsmodelle durch neue Player|Markenunternehmen im Musikbusiness

Donnerstag, 5. Juni 2003 , 15.30 – 17.00 Uhr

Zum Abschluss des forward2business-Zukunftskongresses 2003 drehte sich die Diskussion um die Chancen und Risiken der Zusammenarbeit zwischen der Musikindustrie und der Markenindustrie.

Zunächst gab Christian Reinecke, TC Tone Consultants, eine Bestandsaufnahme der Kooperationen zwischen Musikbusiness und Markenindustrie. Er konstatierte einerseits große Wissenslücken über Abläufe und Hintergründe der Musikbranche auf Seiten der Markenindustrie und ihrer Agenturen.

Andererseits kritisierte er das Musikbusiness, weil es sich zu wenig in die Bedürfnisse der Markenunternehmen hineindenke und keine Angebote zur Zusammenarbeit unterbreite. Im Gegenteil: Durch das Beharren auf tradierten Mustern und horrenden Rechtekosten, vergebe sich die Musikindustrie große Chancen der Wertschöpfung.

Reinecke wies darauf hin, dass an dieser Stelle nicht nur die Labels zu verstärkten Kooperationsbemühungen aufgerufen sind, sondern alle anderen Teile des Musikbusiness wie GVL, GEMA und IFPI ebenso.

Aus Sicht eines Markenunternehmens machte Volker Putzmann, Geschäftsführer der New Yorker Musik & Media die Erwartungen an das Musikbusiness deutlich. Seine Firma wurde 1999 gegründet, nachdem New Yorker vorher mit seinen Kooperationsbestrebungen erfolglos auf die Musikindustrie zugegangen war. Seitdem ist die Agentur New Yorker Musik & Media für die Erarbeitung entsprechender Kooperationsprojekte zuständig.

Obwohl Kooperationen mit der Musikindustrie immer intensiver würden, benannte er Faktoren, die einer optimalen Kooperation aus Sicht der Markenunternehmen weiterhin im Wege stünden. So werde derzeit trotz diverser Special-Marketing-Abteilungen bei den Majors auf spezielle Anforderungen seitens der Markenunternehmen nicht ausreichend eingegangen. Darüber hinaus werde die Markenphilosophie der Unternehmen bei den Planungen nicht genügend berücksichtigt. Kompetente und der Marke dienliche Ansprechpartner von Seiten der Musikindustrie seien selten vorhanden. Häufig werde durch zu viele Ansprechpartner bei den Labels kein kontinuierlicher Kommunikationsfluss gewährleistet.

Weiterhin passten häufig die von der Musikindustrie präsentierten Konzepte nicht zur Markenwelt der Unternehmen. Darüber hinaus vergehe von der Idee bis zur Umsetzung oftmals zu viel Zeit, so dass eine Realisation nicht mehr viel Sinn mache. Zudem werde die gemeinsame Zusammenarbeit oftmals sehr einseitig ausgelegt und für die Musikindustrie sei das gewünschte Miteinander meistens nur der geldwerte Vorteil.

Von gelungenen Kooperationen berichtete Michael Will, Marketingdirektor bei MTV. Er skizzierte musterhaft eine Promotion mit Wyclef Jean die auf Initiative von MTV mit einer Kampagne von debitel zusammengebracht wurde. Dabei seien optimale Synergien erreicht worden.

Allerdings bedürften solche optimalen Kooperationen eines Höchstmaßes an Koordination, an Feingefühl, an Abstimmung und auch an Zufällen, die zusammen passen müssten.

 

forward2business zu Favoriten hinzufügen

© 2008 forward2business.com

KONTAKT | IMPRESSUM