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Panel 2: Mobile Entertainment -|Was kommt nach dem UMTS-Hype?
"Wir haben zu lange Technik als Feind definiert", so lautete das Fazit von Ulrich Järkel von BMG Ariola Media bei einer Expertenrunde zur Zukunft der mobilen Unterhaltung beim forward2business Zukunftskongress in Halle. Gleichzeitig stellte Järkel klar, dass sich sein Unternehmen weniger als "technischer Visionär", denn als "Nutzer der technischen Konzepte" sieht: "Wir können mit unseren Inhalten, die technologischen Entwicklungen anheizen, aber wir können keine technologischen Benchmarks setzen." Das gelte auch im Bereich der mobilen Unterhaltung.
Das Marktvolumen bei der mobilen Unterhaltung in Deutschland schätzte Järkel auf 160 Millionen Euro. Eine Verfünffachung dieses Umsatzes in diesem und im kommenden Jahr sei zu erwarten. Bei der Entwicklung von nachkomponierten monophonen und polyphonen Klingeltönen hin zum Download realer Musikstücke werde der Markt für BMG Ariola immer attraktiver. Das liege daran, dass sich die Erträge vom Verleger der Musik mehr und mehr zu den Bereitstellern der ‚recorded music’ verschieben würden.
Als ein weiteres attraktives Geschäftsmodell im mobilen Bereich stellte Järkel die Idee der ‚CD upsales’ vor. Kunden könnten ihrem Handy einen Teil eines Musikstückes vorspielen, eine Musikerkennungssoftware würde es erkennen und dann dem Kunden Angebote machen: von Klingeltönen über MMS-Infopakete bis hin zum Verkauf ganzer CDs. "Das ist eine Möglichkeit, von der ich glaube, dass sie sich in nächster Zeit durchsetzen wird", sagte Järkel.
Gleichzeitig beharrte Järkel darauf, dass die Attraktivität des Marktes vor allem von der Existenz digitaler Schutzmechanismen bestimmt werde. Momentan sei die Lage im mobilen Bereich aber gut: "In diesem sicheren Schoß fühlen wir uns wohl", so Järkel.
Eine Sicherheit, die nach Ansicht von Janko Röttgers, Autor des Buches "Mix, Burn, R.I.P. – Das Ende der Musikindustrie", sehr trügerisch sein könnte: "Ich denke nicht, dass Mobilfunkgeräte dazu führen, dass wir plötzlich eine neue Situation haben, in der alles sicher ist." So arbeite Nokia bereits an einer Software zum mobilen Filesharing. Weil moderne Handys nichts anderes seien als kleine Computer, könnte solche Software auch von anderen hergestellt werden: "Zwangsläufig führt das dazu, dass die Peer2Peer-Lösungen nicht nur von der Industrie kommen, sondern auch von kreativen Anwendern."
Röttgers verwies außerdem auf den mobilen Ableger der Tausch-Software "E-Mule", der im Netz unter dem Namen "Mobile Mule" entwickelt werde. Dort sei derzeit schon das Suchen in Tauschbörsen vom Handy aus möglich.
Auf einen anderen Aspekt der mobilen Unterhaltung verwies Torsten Linz vom Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM). Er stellte auf dem forward2business Zukunftskongress "intelligente Kleidung" vor – Kleidungsstücke mit integrierten Tastaturen, Displays oder MP3-Playern. So seien etwa T-Shirts mit animierten Motiven denkbar, die über integrierte Flachbildschirme gespeist würden. Das wichtigste Problem bei der Entwicklung intelligenter Kleidung sei vor allem die Energieversorgung. Dort verlaufe die Entwicklung viel langsamer als bei der Erhöhung des verfügbaren Speicherplatzes. "Da sind sie Sprünge viel kleiner, die wir machen", so Linz.




