Kongress
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- Panel 1: Die Zukunft gestalten - Visionen 2014
- Panel 2: Mobile Entertainment - Was kommt nach dem UMTS-Hype?
- Panel 3: All you can buy – Welche Chancen es gibt, wenn Branchenexterne die Geschäfte der Entertainmentindustrie machen?
- Panel 4: Potenziale des alten Mediums - Das Radio als Businessfaktor in der Entertainment- industrie?
- Panel 5: Fern sehen – Wie funktioniert das Homeentertainment der Zukunft?
- Panel 6: Zukunftsmarkt Individualität?
- Panel 7: Future Cinema - Das Kino wird digital
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Panel 6: Zukunftsmarkt Individualität?
„Immer mehr Menschen wollen individuelle Produkte“, stellte André Fischer von Siemens fest. Deswegen bemühe sich sein Unternehmen darum, dem Kunden ein Massenprodukt zur Verfügung stellen, dass er so individuell zusammenstellen könne, „dass er sich darin wiederfindet“. „In entwickelten Märkten wie Europa und den USA gibt es einen noch größeren Trend zur Individualisierung als in den emerging Markets.“
Fischer skizzierte vier grundsätzliche Möglichkeiten für die Zukunft der Individualisierung. Die erste davon stellte er unter dem Motto „Keep the body – change the dress“ vor. Bei diesem Konzept würde der Kunde ein Basisgerät kaufen, dessen Erscheinungsbild aber auch Software oder ähnliches er gestalten (lassen) könne. Das zweite Szenario stellte Fischer unter den Titel „Share and promote your mind“. Dabei ginge es vor allem darum, den emotionalen Wert des Produktes dauerhaft zu erhalten. Als dritte Möglichkeit nannte der Siemens-Manager das Szenario mit dem Titel „Consume where ever you are“. Dabei gehe es vor allem um den Konsum digitaler Inhalte. Ähnlich auch beim vierten Szenario, das Fischer unter den Titel „Stay in-tune with your part of the world.“ Dabei stehe etwa der Konsum von Internet-Radiosendern im Mittelpunkt.
Ein ganz anderes Konzept der Individualisierung stelle die Band „Einstürzende Neubauten“ vor. Beim Internetprojekt „neubauten.org“ entstand im Zusammenspiel zwischen Band und Fans ein ausgesprochen individuelles Musikalbum. Die Band überzeugte ihre Fans zunächst davon, das Projekt mit einem „Eintrittsgeld“ von 35 US-Dollar zu unterstützen. Dafür konnten 2000 Freunde der Band über das Internet in die Erstellung des neuen Albums mit eingreifen. Das fertige, aufwändig gestaltete Album bekamen sie anschließend nach Hause zugeschickt – außerdem hatten die „Supporter“ Zugang zu exklusiven Downloads im Webangebot der „Einstürzenden Neubauten“. Dazu kamen Vergünstigungen bei der Welttournee der Band.
„Die Band hat durch die direkte Kommunikation mit dem Fan einen Motivationsschub erhalten“, so Band-Manager Alexander Hacke: „Die Band ist so kreativ wie seit Jahren nicht mehr.“ Das Projekt sei aber nicht so erfolgreich, dass die Band allein davon leben könne, es sorge aber für eine „Basisfinanzierung.“
Mit alternativen Vergütungsmodellen für geistiges Eigentum befasste sich Oliver Moldenhauer, Webmaster von Attac, in seinem Vortrag. „Wir erleben eine immer stärkere Privatisierung des gemeinsamen Wissens“, die privaten Reichtum und öffentliche Armmut zur Folge habe. Jetzt entscheide sich, welches Gesicht die Wissensgesellschaft der nächsten Jahre haben werde, so Moldenhauer. „Damit werden Pfade eingestampft, die in den nächsten Jahrzehnten halten werden.“ Als Alternative zu Kopierschutzsystemen in Hard- und Software favorisiere Attac die Einführung von pauschalen Gebühren auf Internetzugänge und PC-Hardware.





