Kongress
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- Kongress 2006
- Programm 2006
- Dokumentation
- Panel 1 - Gesellschaft & Werte 2016: Nach den Monopolen – Die Rolle von Werten und Mythen in der Gesellschaft der Zukunft
- Panel 2 - Musik & Individualität 2016: „Undenkbare Koalitionen“ für die Musikindustrie der Zukunft
- Panel 3 - Radio- & TV-Evolution 2016: User-Driven-Media - Wie Web 2.0 und Semantic Web die Medienlandschaft verändern
- Panel 4 - Reklame und Marketing 20016: Communities als Geschäftsmodell - Wie Marketing in der Blog-Gesellschaft funktioniert
- Panel 5 - Mobile & Technologie 2016: Was kommt nach Handy-TV?
- Panel 6 - Musik & Experiment 2016: Commercial War Game - Die Musikindustrie zwischen Werten und Wild Cards
- Panel 7 - Games & Sinne 2016: Geschäftsmodelle für die Zeit nach dem Boom
- Teilnehmer 2006
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Dokumentation 2006
Panel 2 - Musik & Individualität 2016:
"Undenkbare Koalitionen" für die Musikindustrie der Zukunft
Wo liegen die zukünftigen Geschäftsmodelle der Musikindustrie, und was kann sie von anderen Branchen lernen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich am Donnerstag Vormittag ein hochkarätig besetztes Panel des forward2business-Zukunftskongresses in Halle.
Ein Schwerpunkt der Diskussion waren dabei Kooperationen zwischen Künstlern, Musikindustrie und Marken. „Die Partnerschaft mit großen Marken bietet eine große Chance für die Musikindustrie“, so Dr. Marcel Engh, Vice President von Sony BMG. „In den USA ist diese Entwicklung bereits sehr viel weiter fortgeschritten. Bei uns fehlen meist noch die entsprechenden Leute, die beide Seiten zusammenbringen können.“
Kooperationen zwischen Marken und Künstlern seien dagegen schon an der Tagesordnung. Ob Nivea oder New Yorker – die Teilnehmer des Panels konnten zahlreiche Beispiele für Unternehmen benennen, welche bereits Bands und Künstler für Marketingzwecke ohne Mitwirkung der Plattenfirmen aufgebaut haben.
„In der Plattenindustrie hat sich das Geschäftsmodell des Künstlervertrages seit 30 Jahren nicht verändert“, beschrieb Engh ein weiteres Problem der Branche. „Die einen sagen, dass man die jetzige Durststrecke einfach aussetzen muss, aber die andere Seite glaubt daran, dass die digitale Distribution von Grund auf neu erfunden werden muss. ‚Brand partnership’ könnte durchaus einen Weg darstellen, denn ein Künstler ist auch als Marke definierbar.“
Aber auch im Bereich des Sounddesigns gebe es zahlreiche Möglichkeiten, die Zusammenarbeiten zwischen Unternehmen und der Musikbranche zu verbessern. „Jingles an sich sind nichts neues, aber die Gestaltungsqualität kann eine andere werden“, betonte Prof. Carl-Frank Westermann, Sounddirector bei MetaDesign. „Marken werden nicht nur über visuelle Reize wahrgenommen. Klang, Musik und Stimmen sind ganz wesentliche Faktoren, die sich für den Kunden zu einem einheitlichen Bild verbinden.“ Audio-Logos würden vielen Unternehmen auch als „Wir-Identifikation’ dienen.
Lukasz Gadowski, Geschäftsführer und Gründer des Unternehmens spreadshirt, verwies auf die zunehmende Auffächerung der Zielgruppen durch immer größere Angebote. Spreadshirt setze deswegen gezielt auf individuelle Produktionen, die einem Massenmarkt verfügbar gemacht werden können. „Die Musikindustrie muss lernen, sich von der bisherigen Langfristigkeit zu verabschieden. Meiner Meinung nach wird es in Zukunft keine großen Künstler-Ikonen mehr geben, sondern dafür mehrere ‚kleinere’“.
Dem widersprach Dr. Marcel Engh. Große Ikonen weiterhin zu fördern, sei für die Musikindustrie wirtschaftlich sinnvoller. „Allerdings ist das Modell Individualisierung für uns hochspannend. So kann beispielsweise die Beziehung zwischen Fan und Star zukünftig noch erhöht werden. Ein gut gehender Trend aus den USA sind individuelle Fan-Videos, die man aus dem Internet hochladen kann.“
Auch in der Zukunft behalte die Musikindustrie ihren größten Triumph, so Engh: „Jeder ist für Musik ansprechbar. Der Kommunikationsraum ist also schier unbegrenzt.“





