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Kongress

Dokumentation 2006

Panel 3 - Radio- & TV-Evolution 2016:

User-Driven-Media - Wie Web 2.0 und Semantic Web die Medienlandschaft verändern (Kopie 1)

Ungeachtet wie man es finden mag: Neue Webdienste, wie RSS und Flickr verändern bereits heute die Entertainment- und Medienwelt. In punkto Interaktion und Aktualität setzen sie neue Qualitätsmaßstäbe.  Das Netz ist nicht mehr statisch, sondern entwickelt sich zunehmend zu einem Life-Medium, in dem der User entsprechende Inhalte selbst gestaltet und etwa mittels Blogs kommuniziert. Was bieten User-Driven Media an Potential, wie definiert sich Radio oder Fernsehen vor diesem Hintergrund neu und welche Märkte bieten sich dabei für die Produzenten aus den verschieden Entertainmentbranchen?

Diese Fragen wurden  am zweiten Tag des forward2business-Zukunftskongresses lebhaft und konträr diskutiert. Zu Anfang des Panels erläuterte der Zukunftsforscher Willi Schroll von Z_punkt GmbH The Foresight Company erstmals öffentlich, welche Business- Implikationen Web 2.O bietet und welche Trends sich gegenwärtig abzeichnen. Das Web 2.0 durchlaufe einen enormen Reifungsprozess. Eine Entwicklung, die aus der Sicht der Medienbranche eine große Reichweite habe, konstatierte Schroll. Auch für Kooperationsmodelle, wie von Nike und Google vorgeführt, böte sich Raum. Das Web entwickele sich immer mehr zu einem sozialem und medialem Raum, in dem man sich selbst mitteile. Hierbei sei man „always in touch“ mit Freunden oder nütze und gestalte Serviceplattformen. Die These, dass die Medienmacher sukzessive ihre Meinungsführerschaft verlieren würden, relativiere sich zum Teil dadurch, dass nach einer BBC-Studie nur 10% hierbei für genuine Produktion und den Vertrieb medialer Inhalte genutzt werde. Die Sender, wie etwa die ARD, müssten die Entwicklung aufgreifen. Über das gegenwärtige Szenario hinaus,  wagte Schroll auch einen Blick in das Jahr 2016. Drei Faktoren würden sich weiter ausprägen: die Verbindung mit der Realität, die Mobilität und die Agentenfunktion, welche das Web für den User leiste.

Andreas Sallam, Managing Director von InLiMedia, glaubt nicht an den langfristigen Erfolg von Radioanwendungen, die nicht gefiltert, übermäßig Musikbeiträge ins Netz stellten. „Der Input kann demokratisiert werden und qualitätsmäßig ergänzt werden. Den Sprung über die Hürde schaffen aber nur die, die sich damit berufsmäßig befassen“, so Sallam. Wichtigstes Element sei hierbei Glaubwürdigkeit und der Anspruch etwas von dem entsprechenden Programm zu haben. Mit WOM-FM kündigte Sallam den Start eines web-basierten Radios mit Web 2.0-Funktionalitäten im September an. Qualität sei bei WOM, einer Marke die sich eine große Beratungskompetenz erworben habe, anzutreffen, so der Lablemanager. Sallam wagte auch eine Vorhersage: „In fünf Jahren gibt es nur noch IP-gestützte und basierte Radioanwendungen.“ Diese seien gleichsam interaktiv und auf den User zugeschnitten. Auch für die Werbeagenturen ein interessantes Geschäftsfeld, diese seien „mega-heiss“ darauf, ihre Botschaften an entsprechende Communities zu vermitteln.

Robin Slomkowski, Entwickler bei der US-amerikanischen Firma Flock, warb für technische Applikationen, die es ermöglichen, das Netz als offenes Kommunikationsforum zu nutzen. Jeder könne dabei die in Schuhkartons gelagerten Bilder von der letzten Afrika-Reise auf einfachstem Weg an die entsprechenden Safari-Gefährten weiterleiten. „Wir wollen nicht einsam sein, wir wollen interagieren“, so das Credo von Slomkowski. Über das Netz könne man soziale Netzwerke aufbauen und passend für die jeweiligen User die entsprechende Plattform und bessere Formen der Kommunikation finden, so der Experte für Internet-Technologie. Das Open-Source- Projekt von Flock, welches in den nächsten Monaten auch in deutscher Sprache ins Netz komme, würde hierfür Maßstäbe setzen.

 

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