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Kongress

Dokumentation 2006

Panel 4 - Reklame und Marketing 20016:

Communities als Geschäftsmodell - Wie Marketing in der Blog-Gesellschaft

Kommunikationsformen wie Blogs stellen  die Werbeindustrie vor neue Herausforderungen und verändern auch das journalistische Arbeiten .Während viele Verlage bereits Blogs als Online-Zusatzfunktionen anbieten, haben Unternehmen noch oft Berührungsängste. Zu Unrecht, bemerkte Klaus Eck, Geschäftsführer der Firma econcon und PR-Blogger, auf dem forward2busineess-Zukunftskongress in Halle. „Ein Blog bietet die ideale Möglichkeit, Kompetenzen nach außen darzustellen. Blogs genießen außerdem eine hohe Glaubwürdigkeit, da Blogger sozusagen ‚Graswurzeljournalismus’ betreiben, der ‚von unten’ kommt. In vielen Bereichen funktionieren Blogs als Filter, die oft genauso umfangreich wie ein Fachmedium zu einem Thema informieren können.“ Den Unternehmen bieten sich dadurch vielfältige Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit: „Um das Image eines Unternehmens zu bearbeiten, kann man z.B. die Mitarbeiter selbst in Blogs über ihren Alltag berichten lassen. Offenheit und Transparenz kommen bei den Kunden immer gut an“, so Eck weiter.

„Es geht darum, vermarktbare Reichweiten zu schaffen“, sagte Heiko Hebig, Coordinator Development bei Hubert Burda Media. „Blogs können vorhandene Inhalte lediglich ergänzen. Für uns sind sie in erster Linie ein Experiment, aus dem wir lernen wollen.“ Wen man sich nicht rechtzeitig mit Neuerungen wie Blogs auseinander setze, habe man am Ende keine Medien-Communitiy mehr. Negative Folgen für das Marketing  durch Blogs befürchte er nicht: „Wer an sein Produkt glaubt, sollte auch die Diskussion nicht scheuen. Blogs ermöglichen eine ganz neue Diskussionskultur und eine neue Offenheit.“

Neue Offenheit und Abbau von Berührungsängsten auch mit der eigenen Kultur war nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer ein Trend, der sich zurzeit in der „Communitiy Deutschland“ verbreitet. Modedesignerin Eva Gronbach konnte das durch die Erfahrungen mit ihrer Kollektion „Liebeserklärung an Deutschland“ in den Farben schwarz-rot-gold, die in der Bundesrepublik einen großen Erfolg feierte, bestätigen. „Dieser Trend findet überall statt: dabei geht es um Selbstbestimmtheit und den eigenen Ausdruck“, so Gronbach. Das gälte für die Mode genauso wie für die Blogs.

„Blogs ermöglichen es, eine involviertere und engagiertere Öffentlichkeit anzusprechen“, sagte Hebig weiter. „In einer immer stärker zersplitterten Medienwelt müssen immer mehr Inhalte für bestimmte Nischen angeboten werden. Die Kunst dabei ist es, diese Communities zu identifizieren.“

Vom Trend der individuellen Online-Erfahrung profitiert auch Guntram Gräf, Geschäftsführer der Anshe Chung Studios und Schöpfer virtueller Online-Welten, in denen virtuelle Produkte für ‚reales’ Geld verkauft werden. „Im Moment erleben wir einen weltweiten Boom bei Online-Spielen und 3-D-Welten“, so Gräf. „Technologisch sind wir bereits einen Schritt weiter, da wir als Entwickler und Dienstleister auf einer virtuellen Plattform arbeiten. Auch Unternehmen drängen in diese virtuellen Welten, um ihre Unternehmensabläufe zu verbessern.“

Dabei werden laut Gräf durchaus ernsthafte Beträge erwirtschaftet. Das Bruttoinlandsprodukt der virtuellen Welten läge teilweise bereits über dem einiger Entwicklungsländer. Bereits im nächsten Jahr werde die größte von ihnen etwa eine Million Nutzer weltweit verzeichnen können.

 

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