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PM 2007
Pressemitteilung
Business-ThinkTank mit visionären Ideen zu Ende gegangen.
Wie Deutschlands Marketing und Medien im Jahr 2017 Schritt halten können.
Halle (Saale), 15. Juni 2007: Bei sommerlichen Temperaturen ist der sechste forward2business-Zukunftskongress erfolgreich zu Ende gegangen. Rund 200 ausgewählte Topmanager und Zukunftsforscher diskutierten zwei Tage lang auf der Burg Giebichenstein künftige Entwicklungen und neue Geschäftsmodelle für das Jahr 2017. Querdenken war ausdrücklich erwünscht.
Im Mittelpunkt der Zukunftsdebatten stand die zunehmende Vermischung von realer und virtueller Welt. Für Matthias Hartmann, Geschäftsführer von IBM Deutschland, zeigt „Second Life“ schon jetzt deutlich den Trend. Hartmann prognostizierte, virtuelle und reale Welt würden immer näher zusammenrücken und immer mehr Verbindungsstellen zueinander haben. „In 2017 werden virtuelle Welten bei der Wissensvermittlung dominant sein.“ Nicht nur an Schulen und Universitäten, sondern auch im Arbeits- und Privatbereich. Bereits heute nutzt IBM die virtuellen Räume für Meetings, Mitarbeitertrainings und die Vermittlung von Inhalten.
Hartmann erklärte weiter, auch die Geschäftsmodelle würden sich grundlegend ändern. Denn Kunden und andere Partner würden künftig in die Entwicklung von Produkten einbezogen werden. Spiele, so Hartmann, bereiteten die nächsten Generationen auf die virtuellen Welten vor.
Auch das Marketing der Zukunft wird nicht mehr nach den heutigen Regeln funktionieren. Dessen sicher ist sich Jacob Sylvester Bilabel, ehemaliger Brandeins-Autor, Kommunikationschef von Universal Music und heute zuständig für das Marketing von MySpace Deutschland. „Der Schlüsselbegriff lautet Social Networks.“ Strategische Partnerschaften und der Einfluss auf Plattformen und Agenten würden künftig den Erfolg von Marketing prägen. Nutzer werden dabei selbst zu Händlern, Produkte werden von Usern bewertet, empfohlen oder verworfen. „In den USA sind bereits 70 Prozent der Onliner Mitglied in Social Networks.“ Das Geheimnis hinter dem Geschäftsmodell sei emotionale Bindung. „Je länger die User dabei sind, desto süchtiger sind sie“, so Bilabel. „Marken müssen so auftreten, dass der Konsument zum Botschafter wird.“
Nebenbei bemerkt hat forward2business-Erfinder Sven Gárbor Jánszky demzufolge alles richtig gemacht. Denn Bilabel lobte: „Das ist eine sensationelle Veranstaltung hier. So etwas habe ich noch nicht mitgemacht. Kompliment!“
Schwierigkeiten mit den virtuellen Welten machte MTV-Vice President Alexander Duphorn beim Medienmarkt aus. So habe das Radio der Zukunft nur dann eine Chance, wenn es auf einen Mix aus Regionalisierung und Interaktivität setze. Die Nutzer seien den Anbietern im Gebrauch der neuen Technologien wie Downloads weit voraus gewesen. „Sie sind es noch immer“, so Duphorn.
Nach Ansicht von Jan Geißler von Vodafone ist es gerade die Technik, die die Zukunft des Radios bestimmt. 50 Jahre lang hätten die Radiosender davon profitiert, dass es nur sehr beschränkte Verbreitungswege für Musik gegeben habe. „Aber spätestens in zehn Jahren ist jedes Fahrzeug, jedes mobile Endgerät mit dem Internet verbunden und die Zahl der Distributionskanäle vervielfacht sich.“ Geißler betonte die Chancen von neuen Geschäftsmodellen. Etwa der Dienstleister, der die Festplatte eines mobilen Endgerätes scannt und anschließend dem Nutzer nach dessen ermitteltem Geschmacksprofil neue Titel anbietet.
Doch neue Geschäftsideen erfordern nicht nur das richtige Marktgespür. Lydia Aldejohann, Vice President Strategy & Head of Innovation bei Nokia Siemens Networks, appellierte an den unternehmerischen Mut zum Risiko. „Welche Idee ist heute noch schützbar? Warum also nicht frühzeitig externe Ideen zulassen“, fragte sie. Google beispielsweise publiziert neue Software als Beta-Version und greift auf die Praxis-Erfahrungen der Nutzer bei der Weiterentwicklung zurück. Ziel müsse es sein, den Nutzer an den Beginn der Entwickler zu setzen, anstelle sich im Labor Szenarien auszudenken. Dies sei keine Frage des Alters, so Aldejohann. „Es gibt Stanford-Professoren über 60, die ein Weblog haben. Bei uns wäre das noch undenkbar“, sagte sie.
Kreativität ist laut Prof. Koji Ueda, Direktor des Japanischen Kulturinstituts, keine Frage des Alters. Vielmehr liege auch in der überalterten Gesellschaft des Jahres 2017 ein großes Innovationspotential. „Überalterung ist eine Chance zur Kreativität. Im Japanischen werden die Wörter für Phantasie und Kreativität synonym verwendet“. Prof. Ueda wehrte sich gegen das Vorurteil, dass nur Junge im Gegensatz zu den Alten kreativ seien. „Wir sollten von den Jungen lernen.“ Japan wie Deutschland könnten so auch mit immer weniger jungen Menschen kreativ bleiben.
Pressekontakt: forward2business Büro GmbH
Katja Mannteufel
Tel.: +49 (0) 160 710 91 78
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