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PM 2007

Forward2business-ThinkTank diskutiert neue Geschäftsmodelle.

Virtuelle Welten versprechen radikalen Wandel in Wirtschaft und Medien.

 

Halle (Saale), 14. Juni 2007: Seit gestern entwerfen rund 200 Visionäre und Topmanager Deutschlands Zukunft im Jahr 2017. Bereits zum sechsten Mal treffen sich die Vordenker auf der Burg Giebichenstein, um in malerischer Atmosphäre über die Zukunftsmodelle der Medien- und Marketingbranche zu debattieren. Der Business-ThinkTank ist inzwischen für seine hochrangige und branchenübergreifende Teilnehmermischung bekannt. Im Mittelpunkt des diesjährigen Kongresses steht die zunehmende Vermischung realer und virtueller Welten sowie der sich daraus ergebende Wandel in Wirtschaft und Medien.

 

IBM Deutschland-Chef Matthias Hartmann prognostiziert auf dem Business-ThinkTank 3D-Welten als neuen Wirtschaftsraum. Nach Einschätzung von Hartmann liegt in den virtuellen Welten ein großes Potential an wirtschaftlicher Zukunft. Bereits heute nutzt IBM die Vorteile des virtuellen Shootingstars „Second Life“. Meetings und Konferenzen werden auf diese Weise effizient und kostengünstig gestaltet, rasche Kundenbindung ist mit virtueller Technik-Soforthilfe überall auf der Welt möglich. Mit wenig Aufwand entsteht großer Nutzen für beide Seiten – auch die Strategie der Neukundengewinnung gibt IBM recht. So zelebriert das Unternehmen seine Events schon längst über Second Life, selbstverständlich wird „Halloween“ mit Avataren gefeiert. Vielleicht sind sie schon die neuen Vertragspartner von morgen?

 

MTV-Vice President Alexander Duphorn fragt nach den Entwicklungen, die sich aus der Vermischung von virtueller und realer Welt für Radio und Musikwirtschaft ergeben. Wenn Radio und Fernsehen künftig auch mobil über IP-Protokoll übertragen werden, ist der Empfang von jedem beliebigen Handy, über Badspiegel und Küchenradio möglich. Bisherige Geschäftsmodelle der etablierten Sender hätten dann keinen Bestand mehr. Plötzlich wären tausende Spartenprogramme aus aller Welt jederzeit abrufbar. TV-Sender machten dem Hörfunk als „bebildertes Radio“ attraktive Konkurrenz. Duphorn wagt den Außenblick aus Sicht des Fernsehens und diskutiert neue Strategien für Musikwirtschaft und Radio.

 

Doch auch das Fernsehen muss sich auf einen grundlegenden Wandel einstellen, sagte forward2business-Erfinder und ThinkTank-Leiter Sven Gárbor Jánszky am ersten Tag des Kongresses. "Der Begriff Fernsehen’ wird in einer Liste der schützenswerten Worte aufgenommen“, erklärte Jánszky provokativ – und traf damit zum Auftakt des sechsten Zukunftskongresses ins Schwarze.

 

Sein Statement wurde von Prof. Thilo Kleine, Geschäftsführer von Antares Media, bestätigt. „Der Megatrend ist absehbar: Individualisierung. Die TV-Welt wird nicht mehr die zeitliche Abfolge eines Programms sein, sondern alles wird immer und jederzeit verfügbar.“ Für den Ex-Bavaria-Chef war es einer der ersten großen öffentlichen Auftritte nach dem ARD-Schleichwerbeskandal. Kleine überzeugte durch seine Vision von Avataren, die als intelligente Assistenten je nach den Interessen des Einzelnen ein Programm auswählen – egal ob Thriller oder Heimatfilm. Damit seien aber auch die Werbeblöcke in absehbarer Zeit passé. Die Frage nach der Finanzierung stelle sich vor allem für private Sender, so Kleine.

 

Aber auch der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk stehe vor einer Trendwende.  „Die Öffentlich-Rechtlichen werden sich auf den Kernbereich des ursprünglichen Programmauftrages, nämlich den gesellschaftlichen Dialog mit Nachrichten und Dokumentationen, reduzieren“, sagte Kleine.  

 

Stephan Noller, Vorstand Produkt und Technologie der nugg.ad AG, verblüffte mit einem Bekenntnis: „Ich liebe die ARD.“ Dahinter steckte die Forderung nach breiter Information fern des YouTube-Angebots. Er sorgte sich um die Bildung der nachfolgenden Generationen,  wenn Öffentlich-Rechtliche verschwänden. Gleichwohl lautete einer seiner Thesen: „Was jetzt im Internet selbstverständlich ist, wird Zug um Zug auf andere Medien ausgerollt: Die direkte Kommunikation mit dem Rezipienten.“

 

Pressekontakt und Einzelinterviewanfragen:      Katja Mannteufel

                                                                     Tel. +49 (0) 160 – 710 91 78                                                                                       

                                                                     katja.mannteufel@forward2business.com

 

 

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