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Paul van Dyk wird Co-Moderator bei forward2business

Paul van Dyk wird Co-Moderator bei forward2business

Herr Jánszky, der kommende forward2business-Zukunftskongress am 18./19. Juni steht vor der Tür. Sie haben neulich geschrieben, forward2business habe sich zu Deutschlands innovativstem Business-ThinkTank entwickelt. Wieso sind Sie so sicher?

Kennen Sie einen anderen Kongress der 200 der wichtigsten Innovationschefs versammelt, darunter die VicePresidents von Siemens, T-Com, Nintendo, Super RTL, XING, Sennheiser und OnVista, die Innovations- und Marketingleiter von Audi, adidas, Allianz, RedBull, T-Systems, ENBW, Sartorius, Alcatel, Tchibo, Sennheiser, SAP, Deutsche Bahn, Shell International, Deutsche Bank, Vodafone, Nokia, IBM, Deutsche Post, Volkswagen, Microsoft, Philips, Kodak, Swisscom, Yahoo!, E-Plus, OTTO, die Medienstrategen von ZDF, MTV, N24, MySpace, IP-Deutschland, RTL, dpa, Bayerischer Rundfunk, ORF, Premiere FAZ, SevenOne Intermedia, Disney, Burda, Axel Springer, Grundy Light Entertainment, Primacom, Mediaedge.cia und Mediacom versammelt? Der diese Persönlichkeiten mit Kreativmethoden wie World Café ein branchenübergreifendes Zukunftsszenario der „Lebenswelten 2018“ entwickeln lässt? Ich habe in Deutschland eine solche geballte Innovationskraft noch nirgends anders gesehen.

 

Sie haben dem forward2business-ThinkTank in diesem Jahr als Motto „Wege aus der Komplexitätsfalle – Geschäftsmodelle mit Vertrauen“ gegeben. Was bedeutet das?

Wenn wir die bevorstehenden technologischen Entwicklungen voraus denken, dann sind sich alle einig, dass in Kürze alle möglichen Geräte stationär oder mobil einen Internetempfang haben. Damit erhalten wir Musik, Videos, News, Games … wo immer wir sind, in unüberschaubarer Fülle. Kein Mensch kann und will mit dieser Überfülle umgehen. Es gibt zwei Wege aus der Komplexitätsfalle heraus: Der kurzfristige ist eine Besinnung auf „gelernte Marken“. Die Menschen orientieren sich an den Marken denen sie vertrauen. Dann gibt es aber auch noch den mittel- und langfristigen Weg: Es wird eine Technologie entstehen, die so „intelligent“ ist, dass sie anhand unserer Entscheidungen permanent lernt was wir mögen und was nicht. Dieser elektronische Assistent wird dann unser Filter für jegliche Inhalte aus dem Netz, der stellt unter anderem unser Musik- und Fernsehprogramm zusammen. Doch welche Marken und welche Technologien sich durchsetzen ist allein die Frage des Vertrauens. Wem vertrauen die Menschen ihre Daten und Profile an?

 

Was hat das mit der Musikbranche zu tun? Beim ersten forward2business-Zukunftskongress ging es ausschließlich um Musik. Heute kaum noch! Ist forward2business noch ein Musikkongress?

Das  hat sehr viel mit der Musikbranche zu tun. Denn sollte die Entwicklung tatsächlich zu elektronischen Assistenten gehen, dann wären die die ersten Kaufentscheider. Doch wer in der Musikindustrie hat schon mal darüber nachgedacht, wie man Marketing für Maschinen macht? Forward2business hat sich von Anfang an solche Fragen nach den Zukunftsmodellen der Musik-Film-Medienindustrie gestellt. Der Musikbereich war in ersten Jahren besonders stark, weil die Musikbranche als erste tief im Digitalen Umbruch steckte. Heute entwerfen die Musikmanager die Zukunftsmodelle gemeinsam mit den Innovationschefs der anderen Branchen. Beim kommenden Zukunftskongress wird zum Beispiel Paul van Dyk als Co-Moderator des Panels „Clash of Visions“ die Zukunft Deutschlands mit den Innovationschefs von Nokia, Shell, Volkswagen und Deutsche Bank debattieren. Auch MySpace-Star Mina wird dabei sein.

 

Aber explizit taucht die Musikindustrie im Kongressprogramm nicht mehr auf!

Wir dürfen nicht schon wieder den Fehler machen, die Zukunftsmodelle der Musikindustrie in der Musikindustrie selbst zu suchen. Mit dieser Einstellung ist die Tonträgerbranche in den letzten Jahren fast komplett eingebrochen. Die Zukunftsmodelle entstehen den benachbarten Branchen und bei den Innovationsführern der Technologie- und Medienindustrie. Und davon strotzt das Kongressprogramm. Ich würde sogar sagen, wir haben in diesem Jahr mehr Zukunftsmodelle für die Musikwirtschaft zu bieten als in den vergangenen Jahren.

 

Welche Zukunftsmodelle sind das?

Schauen Sie sich die Behavioral Targeting Technologie einmal genauer an. Diese wird in Kürze die schon beschriebenen elektronischen Assistenten hervorbringen, mit komplett neuen Geschäftsmodellen für die Musikbranche.  Dies führt auch dazu, dass Labels und Künstler in 10 Jahren ganz anders mit Ihren Kunden und Fans sprechen müssen. Eine entsprechenden Zukunftsstudie, die „Transcom 2020 Kundendialogstudie“, wird auf dem Kongress erstmals veröffentlicht. Als drittes achten Sie auf das Thema: „Augmented Realities“. Die Verschmelzung der realen und virtuellen Welt geht immer weiter voran. Auch hier entstehen ganz neue Nutzungssituationen und Geschäftsmodelle für die Musikbranche. Sie muss nur hinschauen und zuhören. Und nicht zuletzt wage ich die Prognose, dass „Bodytuning“ the next big think der Entertainmentbranche ist. Auch hier braucht es Lösungen für einen neu entstehenden Markt.

 

Bodytuning?

Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen davon gehört, dass es unter Studenten inzwischen zum guten Ton gehört, sein Gehirn vor Prüfungen und Klausuren zu dopen. Dafür nehmen sie Medikamente die nachweislich für eine verbesserte Hirnleistung sorgen. Das haben die Studenten nicht erfunden. Sie machen nur nach, was unter US-Militärpiloten schon lange eine bewährte Praxis ist. Dieses „Hirntuning“ ist nur die konsequente Fortsetzung eines Trends, der mit Tattoos anfing und über Brustvergrößerungen zu den heutigen Neuropushern führte. Derzeit deutet nichts darauf hin, dass dieser Trend schwächer wird. Ich prognostiziere dass wir in nicht allzulanger Zeit über eine Modewelle reden, bei der sich Jugendliche Chips unter die Haut implantieren lassen.

Das muss man nicht gut finden. Aber wir haben die Wahl den Trend zu ignorieren und irgendwann festzustellen, dass er sich auch ohne uns durchgesetzt hat, oder heute darüber zu reden und zu versuchen den Trend in die gewünschten Bahnen zu steuern, sowohl in ethischer Hinsicht als auch für Geschäftsmodelle der Zukunft.

 

Zurück zur Musikbranche! Hat diese eigentlich dazugelernt in den letzten 7 Jahren?

Ja und nein. Ja, weil sie inzwischen natürlich einzelne Geschäftsmodelle auf die „Internetlogik“ umgestellt hat. Nein weil sie nach wie vor eine der konservativsten Branchen ist, die ich kenne: Selbstzentriert und immer um den eigenen Nabel kreisend. Die deutsche Musikwirtschaft hat nach wie vor keinerlei Innovationsmanagement eingeführt. Sie hat kein Vorwarnsystem, das sie auf Änderungen bei Trends und Geschäftsmodellen hinweisen würde. Solch ein dramatischer Zusammenbruch wie in den letzten Jahren kann jederzeit wieder passieren. Und noch immer würden alle nach Law and Order und der Politik rufen, aber niemand würde daran denken, seine Geschäftsmodelle rechtzeitig an die sich ändernden Zeiten anzupassen.

 

Was würden Sie tun, wenn Sie für eine Woche die Musikwirtschaft regieren dürften?

Ich würde die CEOs und BusinessDeveloper der großen deutschen Label auf eine 7-Tages-Tour auf den Kilimandscharo mitnehmen. Sie müssten mit mir den höchsten ohne technisches Equipment erreichbaren Punkt der Erde erklimmen und dabei  das „Kilimandscharo-Strategic War Game“ zum Innovationsmanagement und zu den Trends von morgen durchlaufen. Diese Kreativ-Methode ist eine Art Rollenspiel in dem die Teilnehmer in die Rollen anderer Marktteilnehmer schlüpfen und somit Schritt für Schritt verschiedene denkbare Zukunftsszenarien und -strategien testen. Dabei bekommen die Führungskräfte neue Blickwinkel auf ihr Business, erarbeiten neue Ideen für Produkte und entwickeln neue Strategien für den Markt. Wir machen solche strategischen Führungskräftetrainings tatsächlich auf dem Kilimandscharo. Doch aus der Musikindustrie hat sich noch niemand dafür gemeldet.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Pressekontakt für Fotos und Interviewanfragen

Björn Menzel,  Tel.: 0341-5643454, Mobil: 0160-7109178,

Email: bjoern.menzel@forward2business.com,  Hintergrund: www.forward2business.com

 

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