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Sven Gábor Jánszky
Leiter, forward2business-ThinkTanks
[ Biografie ] |
„TAPETEN ALS FERNSEHGERÄTE“
Das „Zukunftsszenario 2017“ des forward2business-ThinkTanks und seine Auswirkungen auf das Marketing der Zukunft war das Thema der siebenten Zukunftsrede im Rahmen der forward2business-Zukunftsakademie. Genau zwei Wochen, nachdem 200 Top-Manager der Marken-Medien-Technologie-Branche beim forward2business-Zukunftskongress ein Szenario für das Jahr 2017 entworfen hatten, stellte ThinkTank-Leiter Sven Gábor Jánszky diese Zukunftsprognose den Teilnehmern der Zukunftsuniversität vor.
Das Szenario sagt für die kommenden fünf Jahre eine tiefgreifende Umwälzung der Fernseh- und Marketinglandschaft, einen radikalen Bedeutungsverlust der etablierten Sender, ein Chaos der TV-Angebote und die Integration von Telefonie, Communityapplikationen und Shoppingdiensten in die Fernsehgeräte voraus. „Fernsehgeräte“ sind künftig auch Tapeten, Badspiegel, Möbel, T-Shirts… An die Stelle der heutigen Programmdirektoren werden intelligente Softwareassistenten prognostiziert, die als Fernsehavatare auf Grundlage von „Behavioral Targeting-Systemen“ das individuelle TV-Programm zusammenstellen. In sieben bis zehn Jahren können sich diese Avatare durch Anteile künstlicher Intelligenz selbständig an die Emotionen der Menschen anpassen und als „virtuelle Butler“ auch in anderen Lebensbereichen eingesetzt werden. Nicht Second Life, sondern seine Nachfolgerwelten (noch in diesem Jahr werden fünf bis acht neue virtuelle Welten erwartet) werden an den Schnittstellen zur realen Welt für vielfältige Geschäftsmodelle der Zukunft sorgen.
Der Szenarioentwurf wurde entwickelt und diskutiert u.a. von IBM-Deutschland-Chef Hartmann, Ex-Bavariachef Prof. Kleine, Fraunhofer-Direktor Prof. Urban, den Chef-Visionären von New Yorker, Siemens, Volkswagen, SAP, Swisscom, Sennheiser, Henkel, den Medien-Strategen von MTV, EinsLive, ZDF, MDR, RTL, den Innovationsführern der Agenturen OgilvyOne worldwide, Jung von Matt, Exozet, Neuland&Herzer, Pixelpark sowie 200 ausgewählten Köpfen der Musik-, Film-, Medien- und Marketing-, Automobil-, Textil-, Computer- und Handyindustrie sowie Zukunftsforschern. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete über ihn ganzseitig unter dem Titel: „Agenda 2017“. Weitere bundesweite Medien griffen die Debatten des ThinkTanks auf, darunter FOCUS Tomorrow, Technology Review und Deutschlandfunk. Auch bei Konferenzen in Luzern/Schweiz und Düsseldorf wurde das „Zukunftsszenario 2017“ positiv debattiert.
Unter den Teilnehmern der Zukunftsuniversität entwickelte sich die lebhafteste und kontroverseste aller bisherigen Diskussion der diesjährigen Zukunftsuniversität. Breite Zustimmung gab es zu den Prognosen der technologischen Entwicklung. Diese ist bereits heute in den Labors der Technologieführer an den Entwicklungen von Prototypen ablesbar. Für das Jahr 2017 ist damit nur die Frage entscheidend, welche Technologien sich im Massenmarkt durchsetzen werden.
Für und Wider gab es zur Rolle des Menschen im Zukunftsszenario. Die Frage, ob der Mensch diese technologischen Entwicklungen braucht und annehmen wird, wurde kontrovers beantwortet. Besonders die Technologie des Profilings und Behavioral Targetings kann einerseits positiv zur Erleichterung des Entertainmentkonsums in einem „Chaos der Angebote“ nutzen. Andererseits gibt es große Bedenken aufgrund vermuteter Manipulationsinteressen der werbetreibenden Industrie. Als zentraler Scheidepunkt der Zukunftsentwicklung kristallisierte sich einmal mehr das Vertrauen des Menschen in künftige Technologie, insbesondere intelligente Softwareassistenten und Avatare, heraus.
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