Lydia Aldejohann

Partner, maconda Corporate Development


[ Biografie ]

Die TV2.0-Vision von Nokia Siemens Networks

Das Fernsehen der Zukunft wird jeden einzelnen Zuschauer kennen und  ein personalisiertes Programm anbieten. Diese Prognose ist Teil der TV2.0-Vision des neuen Joint Ventures Nokia-Siemens-Networks (NSN), die  Lydia Aldejohann, Vice President Strategy und Head of Business Innovation zum Abschluss der forward2business-Zukunftsuniversität vorstellte.

Die Vision besteht aus vier Elementen: So werde TV2.0 durch „personal programming“ bestimmt. In der unüberschaubaren Fülle der Angebote die per Internet auf den Wohnzimmerfernseher übertragen werden, werde TV2.0 auf das individuelle Profil seines Zuschauers reagieren und personalisierte Programme anbieten. Dabei werde TV2.0 durch intelligente Software seinen Nutzer analysieren und dessen Bedürfnisse immer besser kennen lernen. Entsprechende Technologien befänden sich bei NSN unter dem Namen „IVON“ bereits in der Erprobung, so Aldejohann.

Ein weiteres Merkmal des TV2.0 werde „transaction media“ sein. Dies bedeute, der Wohnzimmermonitor sei nicht nur Heimat des Fernsehens sondern gleichzeitig Monitor für Internetanwendungen, Virtuelle Welten wie SecondLife oder Live-Übertragungen von Events aus aller Welt. „From Media to Space“ nennt Aldejohann den Trend, der die Nutzer ihre Träume in den Medien ausleben lässt. Der Ort dafür sei früher das Tagebuch gewesen, heute ist es das Internet, künftig werde es auch der Fernseher sein, so Aldejohann.

Appell an Content-Inhaber: Heutige Technologien stärker nutzen!

Nicht zuletzt werde sich TV2.0 vom heutigen Fernsehen durch „self publishing“ unterscheiden. In 2-3 Jahren werde es für Jedermann einfach sein, seinen eigenen Fernsehkanal aus der Fülle der Angebote bei YouTube & Co. zusammenzustellen. Dieses „self channelling“ werde zu einer „Menge verrückter Kanäle führen“, prognostizierte Aldejohann. Sie richtete einen Appell an alle Content-Inhaber die bereits heute existierenden technologischen Möglichkeiten viel stärker zu nutzen. „Wenn ich das Münchner Opernhaus wäre, dann würde ich heute schon selbst Fernsehen machen und meine hochkarätigen Events für eine Gebühr von 2 Euro in alle Welt senden“, die Nokia-Siemens-Chef-Innovatorin.

Letztendlich werde per „mobile TV“ das Fernsehen das Wohnzimmer verlassen. Es werde möglich sein, an jedem Ort auf jedem denkbaren Empfangsgerät und über alle Netze TV zu schauen. Beispielsweise sei es dann möglich die amerikanische Baseball-Liga zu abonnieren und an jedem beliebigen Ort zu schauen. Gleichzeitig werde TV2.0 auch das Telefon integrieren. Künftig werde man über das Fernsehen seine Freunde anrufen oder mit ihnen den gleichen Film an getrennten Orten schauen und gleichzeitig via Fernseher darüber diskutieren. Auch eine solche Plattform erprobt NSN derzeit unter dem Arbeitstitel „CoSe“. Später so die Prognose werde dies zur Frage: ‚Wer schaut das gleiche und wohnt um die Ecke?“ und neuen Communities führen. Hier sei auch eine große Chance für lokale Anbieter und Händler.

Gleichzeitig betonte Aldejohann, dass das TV2.0 „mit einer Hand bedienbar“ sein werde. Im Ausland sei dieses Szenario bereits teilweise Standard, während Deutschland in der Nutzung des Fernsehens über Internet noch hinterherhinke. So gäbe es in Belgien bereits 150.000 IPTV-Kunden.

Aldejohann an Medien- und Markenunternehmen: „Ich würde jetzt starten!“

Den Medien- und Markenunternehmen empfahl die NSN-Innovationschefin, bereits heute ihre Strategie für die TV2.0-Welt zu entwickeln. So würden sich in Kürze etwa die Werbemechanismen durch die Einführung eigener IPTV-Kanäle von Markenunternehmen grundlegend ändern. Der Trend heiße „targeted advertising“ und biete durch Profilanalysen der Nutzer eine personengenaue Ausspielung von Werbung oder Medieninhalten. Zudem sei es denkbar, dass der Fernseher über RFID-Chips auch mit den anderen Gegenständen. Welche Marketingmöglichkeiten eröffnet es etwa, wenn der Fernseher erkennt, dass ich eine ColaDose in der Hand habe?, fragte Aldejohann.

Technologisch sei es durch das Rendering möglich, individuelle Zeitlupen oder Events aus jeder beliebigen Perspektive anzusehen. Damit biete sich etwa bei Fußball-Übertragungen die Möglichkeit Szenen nachzuspielen oder sogar im Gaming-Stil in das Spiel einzugreifen.

Bedenklich? TV2.0 verliert Funktion als Leitmedium der Gesellschaft!

Einen nachdenklichen Blick richtete Aldejohann auf den gemeinsamen Wissensvorrat der Gesellschaft. Früher hat sich ganz Deutschland Montagsfrüh über „Wetten dass …?“ vom Samstagabend unterhalten. Worüber und mit wem werden die Menschen sprechen, wenn jeder sein individuelles Fernsehprogramm sieht? Als wahrscheinliche Prognose nannte Aldejohann die Community-Funktionen des TV2.0. Zwar werde man nicht mehr mit dem Nachbar oder Arbeitskollegen über die eigenen Fernseherlebnisse sprechen, wohl aber direkt während der Sendung mit den anderen Zuschauern, der gleichen Sendung. Hier entstünden neue Communities und neue Chancen für existierende Communities.

Die TV2.0-Vision von Nokia Siemens Networks

Das Fernsehen der Zukunft wird jeden einzelnen Zuschauer kennen und  ein personalisiertes Programm anbieten. Diese Prognose ist Teil der TV2.0-Vision des neuen Joint Ventures Nokia-Siemens-Networks (NSN), die  Lydia Aldejohann, Vice President Strategy und Head of Business Innovation zum Abschluss der forward2business-Zukunftsuniversität vorstellte.

Die Vision besteht aus vier Elementen: So werde TV2.0 durch „personal programming“ bestimmt. In der unüberschaubaren Fülle der Angebote die per Internet auf den Wohnzimmerfernseher übertragen werden, werde TV2.0 auf das individuelle Profil seines Zuschauers reagieren und personalisierte Programme anbieten. Dabei werde TV2.0 durch intelligente Software seinen Nutzer analysieren und dessen Bedürfnisse immer besser kennen lernen. Entsprechende Technologien befänden sich bei NSN unter dem Namen „IVON“ bereits in der Erprobung, so Aldejohann.

Ein weiteres Merkmal des TV2.0 werde „transaction media“ sein. Dies bedeute, der Wohnzimmermonitor sei nicht nur Heimat des Fernsehens sondern gleichzeitig Monitor für Internetanwendungen, Virtuelle Welten wie SecondLife oder Live-Übertragungen von Events aus aller Welt. „From Media to Space“ nennt Aldejohann den Trend, der die Nutzer ihre Träume in den Medien ausleben lässt. Der Ort dafür sei früher das Tagebuch gewesen, heute ist es das Internet, künftig werde es auch der Fernseher sein, so Aldejohann.

Appell an Content-Inhaber: Heutige Technologien stärker nutzen!

Nicht zuletzt werde sich TV2.0 vom heutigen Fernsehen durch „self publishing“ unterscheiden. In 2-3 Jahren werde es für Jedermann einfach sein, seinen eigenen Fernsehkanal aus der Fülle der Angebote bei YouTube & Co. zusammenzustellen. Dieses „self channelling“ werde zu einer „Menge verrückter Kanäle führen“, prognostizierte Aldejohann. Sie richtete einen Appell an alle Content-Inhaber die bereits heute existierenden technologischen Möglichkeiten viel stärker zu nutzen. „Wenn ich das Münchner Opernhaus wäre, dann würde ich heute schon selbst Fernsehen machen und meine hochkarätigen Events für eine Gebühr von 2 Euro in alle Welt senden“, die Nokia-Siemens-Chef-Innovatorin.

Letztendlich werde per „mobile TV“ das Fernsehen das Wohnzimmer verlassen. Es werde möglich sein, an jedem Ort auf jedem denkbaren Empfangsgerät und über alle Netze TV zu schauen. Beispielsweise sei es dann möglich die amerikanische Baseball-Liga zu abonnieren und an jedem beliebigen Ort zu schauen. Gleichzeitig werde TV2.0 auch das Telefon integrieren. Künftig werde man über das Fernsehen seine Freunde anrufen oder mit ihnen den gleichen Film an getrennten Orten schauen und gleichzeitig via Fernseher darüber diskutieren. Auch eine solche Plattform erprobt NSN derzeit unter dem Arbeitstitel „CoSe“. Später so die Prognose werde dies zur Frage: ‚Wer schaut das gleiche und wohnt um die Ecke?“ und neuen Communities führen. Hier sei auch eine große Chance für lokale Anbieter und Händler.

Gleichzeitig betonte Aldejohann, dass das TV2.0 „mit einer Hand bedienbar“ sein werde. Im Ausland sei dieses Szenario bereits teilweise Standard, während Deutschland in der Nutzung des Fernsehens über Internet noch hinterherhinke. So gäbe es in Belgien bereits 150.000 IPTV-Kunden.

Aldejohann an Medien- und Markenunternehmen: „Ich würde jetzt starten!“

Den Medien- und Markenunternehmen empfahl die NSN-Innovationschefin, bereits heute ihre Strategie für die TV2.0-Welt zu entwickeln. So würden sich in Kürze etwa die Werbemechanismen durch die Einführung eigener IPTV-Kanäle von Markenunternehmen grundlegend ändern. Der Trend heiße „targeted advertising“ und biete durch Profilanalysen der Nutzer eine personengenaue Ausspielung von Werbung oder Medieninhalten. Zudem sei es denkbar, dass der Fernseher über RFID-Chips auch mit den anderen Gegenständen. Welche Marketingmöglichkeiten eröffnet es etwa, wenn der Fernseher erkennt, dass ich eine ColaDose in der Hand habe?, fragte Aldejohann.

Technologisch sei es durch das Rendering möglich, individuelle Zeitlupen oder Events aus jeder beliebigen Perspektive anzusehen. Damit biete sich etwa bei Fußball-Übertragungen die Möglichkeit Szenen nachzuspielen oder sogar im Gaming-Stil in das Spiel einzugreifen.

Bedenklich? TV2.0 verliert Funktion als Leitmedium der Gesellschaft!

Einen nachdenklichen Blick richtete Aldejohann auf den gemeinsamen Wissensvorrat der Gesellschaft. Früher hat sich ganz Deutschland Montagsfrüh über „Wetten dass …?“ vom Samstagabend unterhalten. Worüber und mit wem werden die Menschen sprechen, wenn jeder sein individuelles Fernsehprogramm sieht? Als wahrscheinliche Prognose nannte Aldejohann die Community-Funktionen des TV2.0. Zwar werde man nicht mehr mit dem Nachbar oder Arbeitskollegen über die eigenen Fernseherlebnisse sprechen, wohl aber direkt während der Sendung mit den anderen Zuschauern, der gleichen Sendung. Hier entstünden neue Communities und neue Chancen für existierende Communities.




 

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